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Häufig gestellte Fragen

  Freqently Asked Questions
       
Was ist das besondere an der Waldorfpädagogik?    
    Lehrplan und Unterrichtsmethoden sind weniger am Stoff orientiert als an den pädagogischen Erfordernissen des Entwicklungsstandes des Kindes. Die entscheidende Frage bei der Auswahl des Themas oder der Gewichtung eines Unterrichtsfaches ist: Welche Anlagen und Fähigkeiten des Schülers können in der jeweiligen Altersstufe geweckt und gefördert werden?
Ein weiterer Aspekt ist der ganzheitliche Bezug der Pädagogik:
Denken (Vorstellungskraft, Urteilsfähigkeit, Fantasie ….), Fühlen (Einfühlungsvermögen, Sensibilität, Begeisterungsfähigkeit…) und Wollen (Initiative, Ausdauer, Schaffenskraft…) werden in gleicher Weise bewertet und ausgebildet.
 
       
  Wie groß sind die Klassen?    
  Durchschnittlich haben wir eine Klassenstärke von etwa 36 Schülern. Allerdings werden alle Kinder nur im Hauptunterricht (täglich von 8.10 Uhr bis 9.55 Uhr) gemeinsam unterrichtet. Hier ist die Methodik ganz auf eine größere Schülerzahl ausgerichtet. Nach 10 Uhr ist die Klasse jedoch in der Regel halbiert (z.B. in den Fremdsprachen, Deutsch, Mathematik, Sport) oder gedrittelt (in den künstlerisch-praktischen Fächern). Somit arbeiten die Schüler die meiste Zeit in kleinen Lerngruppen!
Dennoch fühlen sie sich stets als Mitglied einer großen Gemeinschaft in der ganzen Klasse. Durch die Vielzahl von Persönlichkeiten, Temperamenten und Eigenschaften der Kinder entsteht über 12 Jahre eine soziale Gemeinschaft, in der die jungen Menschen aneinander lernen.
       
  Stimmt es, dass es keine Noten gibt?    
  Auch wenn in der Unter- und Mittelstufe auf Noten verzichtet wird, korrigieren die Lehrer selbstverständlich alle Schülerarbeiten. Sie lassen es aber nicht bei dürren Noten bewenden, sondern formulieren individuelle Beurteilungen.
In der Oberstufe wird dem Bedürfnis von Schüler und Eltern nach einer leistungsbezogenen Vergleichbarkeit Rechnung getragen und neben einer individuellen Bewertung auch die Transparenz eines Leistungsvergleichs gegeben.
Die jährlichen Zeugnisse sind ausführliche Wortgutachten, in denen die Lehrer u.a. auf die Persönlichkeitsentwicklung und auf die Lernfortschritte ihrer Schüler eingehen.
 
       
  Stimmt es, dass es kein Sitzenbleiben gibt?    
  Die Waldorfpädagogik ist eine Entwicklungspädagogik und richtet sich deshalb nach den Entwicklungsphasen der Kinder und Jugendlichen. Aus diesem Grund ist nicht der Wissensstand, sondern die Gesamtentwicklung entscheidend. Von der ersten bis zur zwölften Klasse bleiben die Schüler selbst dann in ihrer festen Klassengemeinschaft, wenn ihre Leistungen vorübergehend nachlassen. Niemand bleibt sitzen.
       
  Werden den Schülern keine Leistungen abverlangt?    
    Unsere Erfahrungen zeigen, dass zunächst jedes Kind das Bedürfnis hat zu lernen und etwas zu leisten. Druck von außen und Rivalitätsängste können jedoch dazu führen, dass die Leistungsfreude gehemmt wird oder falscher Ehrgeiz die Identifikation mit den Lerninhalten verdrängt („Was ich lerne ist eigentlich gleichgültig - Hauptsache die Note stimmt“). Der Waldorflehrer steht hier vor der Aufgabe, durch seinen Unterricht das Interesse und die Lernfreude zu erhalten, aber auch den Schüler zu notwendigem Üben zu ermuntern.
Im Allgemeinen wird unterschätzt, welche Forderungen an den Schüler gestellt werden, wenn es um den Erwerb von persönlichkeitsbildenden Fähigkeiten („Schlüsselqualifikationen“) geht. Sowohl im Klassenzimmer als auch bei außerunterrichtlichen Projekten stellen wir Erfahrungsräume bereit, die es dem Schüler ermöglichen
- Ideen und Initiative zu entwickeln
- Arbeiten selbst zu planen, durchführen und auswerten zu können
- kommunikative Kompetenz zu erwerben
- Verantwortung zu übernehmen
- Toleranz zu üben
- im Team zu arbeiten ….
Hier werden hohe Leistungsanforderungen an die Kinder und Jugendlichen gestellt!
       
  Ist es nicht so, dass hauptsächlich Kinder mit Lernschwierigkeiten auf eine Waldorfschule gehen?    
    Ausdrücklich nein. Für Kinder, die Teilleistungsschwächen oder Verhaltensstörungen haben, gibt es – wie im staatlichen Schulsystem auch – besondere Waldorfschulen: die heilpädagogischen Förderschulen. Unsere Schule ist keine solche Sonderschule. Bei uns lernen Kinder aller Begabungsrichtungen wie an staatlichen Regelschulen auch, nur dass hier neben intellektuellen Fähigkeiten gleichwertig auch soziale, praktische und künstlerische Fähigkeiten angesprochen werden.
       
  Wie geschieht die Aufnahme eines Kindes in die 1.Klasse?    
    Im März eines jeden Jahres finden in der Regel die Aufnahmegespräche für die zukünftige 1. Klasse statt. Sie werden zwischen einem Elternpaar und einem Lehrer geführt, während gleichzeitig in einem anderen Raum ein etwa 2stündiger "Spielunterricht" mit einer Gruppe von jeweils sechs Kindern stattfindet, der von mehreren Lehrern begleitet wird. Dabei wird es darum gehen, die einzelnen Kinder in ihrer individuellen Persönlichkeit und ihrem sozialen Verhalten kennen zu lernen und die Schulreife festzustellen.

Die Eltern-Lehrergespräche und die Begegnung mit den Kindern geben uns wichtige Anhaltspunkte, um eine ausgewogene Klasse zusammenstellen zu können. Außerdem möchten wir erfahren, ob eine pädagogische Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern fruchtbar erscheint und der Weg durch die Waldorfschule für das Kind möglich und richtig ist.
       
  Kann ein Kind auch in eine bestehende Klasse aufgenommen werden?    
    Grundsätzlich ja, es hängt jedoch davon ab, ob ein Platz in der Klasse frei ist. Für viele Klassen gibt es Wartelisten, in die man sich eintragen lassen kann. Wird ein Platz frei, z.B. durch Wegzug der Familie, so nimmt der Klassenlehrer in der Regel mit allen Familien, die auf der Warteliste stehen, Kontakt auf, führt Gespräche mit den Eltern und dem Kind und wählt dann unter Berücksichtigung der aktuellen pädagogischen Situation ein Kind aus, das am besten in der Klasse passt.
Die Aufnahme in eine Klasse der Oberstufe (Klasse 9-12) geschieht im Prinzip auf ähnliche Weise. Hier gibt es keine Wartelisten. Grundsätzlich nicht erwünscht ist die Aufnahme in eine höhere Klasse mit dem ausschließlichen Ziel, hier das Abitur oder die Mittlere-Reife-Prüfung abzulegen.
       
  Hat ein Schüler am Ende der Waldorfschulzeit einen Abschluss?    
Die eigentliche Waldorfschulzeit endet nach der 12. Klasse mit dem Waldorfschulabschluss und der Zeugnismappe, in der dokumentiert wird, was die Schüler in den letzten Jahren gemacht und geleistet haben: die verschiedenen Praktika, die Jahresarbeit, das Theaterspiel usw. Ein Notenzeugnis liegt ebenfalls bei. Ein staatlicher Abschluss kann in Bayern damit nicht verbunden werden.
Wer als Lehrmeister oder Personal-Chef diese Zeugnismappe vorgelegt bekommt, findet darin weit mehr Informationen über den jungen Menschen als es ein Notenzeugnis allein jemals leisten kann.
       
  Welche staatlichen Abschlüsse können an der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell gemacht werden?
 
  In der 13. Klasse werden zwei Kurse angeboten, die auf das Abitur bzw. die Mittlere-Reife-Prüfung vorbereiten. Beide Prüfungen werden in Zusammenarbeit mit einem staatlichen Gymnasium bzw. einer staatlichen Realschule durchgeführt. Die Prüfungen umfassen zur Zeit folgende Fächer: im Abitur Englisch LK, Kunst LK, Geschichte, Mathematik, Französisch, Deutsch, Wirtschaft/Recht und Chemie, in der Mittleren Reife Deutsch, Englisch, Mathematik, Geschichte, Kunst, Chemie und Ethik.
Die Abschlusszahlen der letzten Jahre sind sehr stabil: etwa zwei Drittel der Schüler der 12. Klasse machen das Abitur, ein Drittel die Mittlere Reife. Im Durchschnitt geht 1 Schüler pro Jahrgang nach der 12. Klasse ohne einen staatlichen Abschluss von der Schule. Diese Fälle sind in der Regel bereits lange vorher durch Gespräche zwischen Eltern und Lehrern begleitet, so dass diese jungen Menschen in allen Fällen (oft durch gemeinsame Hilfe) auch eine angemessene Lehrstelle finden oder einen anderen adäquaten Weg einschlagen können.
       
  Welchen Schulbeitrag müssen die Eltern zahlen?    
    Bei Schuleintritt sind einmalig pro Familie Leistungen in Form von zinslosen bzw. –günstigen Darlehen und einer Spende erforderlich, die vor allem der Finanzierung der Schulgebäude dienen. Nähere Auskünfte zur Höhe dieser Zahlungen erhalten Sie an den Infotagen oder über den Beitragskreis.

 Für den laufenden Schulbesuch ist ein monatlicher Schulgeldbeitrag pro Kind zu entrichten. Grundgedanke unserer Schulgemeinschaft ist das Bestreben, den finanziellen Beitrag unserer Schule solidarisch und sozial ausgewogen zu erheben. Die Höhe des monatlichen Beitrags legt daher jede Familie jährlich neu im Bewusstsein der Verantwortung für die Schulgemeinschaft nach der eigenen finanziellen Leistungsfähigkeit fest. Zur Orientierung dient der errechnete durchschnittlich erforderliche Schulgeldbeitrag und eine Einschätzungstabelle, die gestaffelt nach dem Einkommen der Eltern und der Anzahl der Kinder Angaben über die erwartete Beitragshöhe macht. Der Durchschnittsbeitrag, der zur Deckung des laufenden Schulbetriebes erforderlich ist, liegt für das Schuljahr 2010/11 bei € 260.- pro Kind und Monat. Darüber hinaus entstehen weitere Kosten für Material, Klassenkasse, gegebenenfalls Mittags- und Nachmittagsbetreuung, Klassenfahrten etc.

 Der Schulbeitrag beinhaltet über den finanziellen Beitrag hinaus nach unserem Schulverständnis auch einen geistigen und sozialen Beitrag, also die Auseinandersetzung mit den geistigen Grundlagen und das soziale Mitwirken an den Schulaktivitäten wie Märkten, Festen, Arbeitskreisen etc.

       
  Wie kann man Lehrer an einer Waldorfschule werden?    
    Es sind zwei Bedingungen zu erfüllen:
In Bayern ist eine wissenschaftliche Ausbildung an einer Hochschule Voraussetzung für die Genehmigung als Lehrer, im Idealfall ein vollständiges Lehrerstudium mit 1. und 2.Staatsexamen. Wer keine pädagogische Ausbildung (Referendariat mit 2.Staatsexamen) vorweisen kann, bekommt zunächst eine befristete Genehmigung und in den ersten 1-3 Jahren einen Unterrichtsbesuch durch einen Beauftragten des Kultusministeriums, ein positives Gutachten darüber führt zu einer dauerhaften Genehmigung.
Wer an einer Waldorfschule unterrichten will, benötigt natürlich auch eine waldorfpädagogische Ausbildung. Diese kann man an verschiedenen Orten und in unterschiedlicher Dauer absolvieren. Es gibt berufsbegleitende Seminare, wie z.B. das Südbayerische Lehrerseminar in München (www.waldorfseminar-muenchen.de), das einen 3-jährigen Kurs anbietet, bei dem man im 3.Jahr unter Betreuung eines Mentors an einer Waldorfschule unterrichtet. Vollzeitseminare, wie an der Nürnberger Rudolf-Steiner-Schule, bieten z.B. 1-jährige Kurse zum Klassenlehrer an, an anderen Orten kann man auch zum Oberstufenlehrer ausgebildet werden. Weitere Ausbildungsstätten siehe www.waldorfschule.de
       
       
       
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